visuell fixiert in basel

«Swissness» im Plakatdesign

In basel, input on 1. Oktober 2008 at 10:18

Edgar Küng / Michael Wolgensinger, 1969

Zu empfehlen für die Mittagspause oder sonst für eine halbe Stunde zwischendurch: Die Bibliothek für Gestaltung Basel und die Basler Plakatsammlung zeigen noch bis zum 25. Oktober «Swissness: Möbel, Mode, Markenprodukte in Plakat und Buch». Wie üblich ist die Ausstellung sehr klein, aber durchaus fein und ausserdem gratis.

Dabei kommen die im Titel als ebenbürtig angekündigten Bücher für meinen Geschmack präsentationsbedingt (wohl gezwungenermassen) zu kurz, da hinter Glas und so nicht wirklich anschaubar. Die Schweizer Werbeplakate aber – nicht nur aus der klassischen Hoch-Zeit der «Schweizer Grafik», sondern breit gefächert von den 20er- bis in die 90er-Jahre – sind schon sehr spannend. Ich frage mich immer, ob man unsere heutige Werbung in 50 Jahren auch als so lustig und so «Zeitgeist-enttarnend» empfinden wird. (Zeitgeistenttarnend ist die aus den 90er-Jahren ja auch schon, aber für mich nicht lustig. Eher blöd.)

Vor allem auch das typographische Auge kommt wieder mal auf seine Kosten.

Hans Handschin, 1936

Marcus Campbell, um 1940

Ernst Mumenthaler, 1929

Natürlich soll hier wieder einmal «Swissness» als Marke etabliert werden (und bezeichnenderweise sind die ersten Plakate im Raum die mit der Armbrust als «Siegel für Schweizer Qualitätsarbeit») – ein Begriff, den der Zürcher Designhistoriker Claude Lichtenstein in der baz mit Vorsicht behandelt sehen möchte. Die baz zitiert (Printausgabe vom 17. September, S. 29):

Das Schweizer Design stehe mit seinem Fokus auf Nützlichkeit nicht allein, sondern zeige durchaus Ähnlichkeiten mit der Gestaltungskultur in Ländern wie Dänemark, den Niederlanden oder auch Japan auf […].

Ganz erfrischend ist auch gerade im Kontext der «Swissness» als «Marke» der Blick jenseits der 60er Jahre: Der Fokus liegt nicht nur auf der klassischen «Schweizer Grafik» (international berühmt geworden als «Swiss Style»). Wer sich darauf freut, wird vor allem deren Vorläufer und Nachahmer finden. Dafür begegnen einem letztere ja auch immer wieder auf den Strassen, zum Beispiel aktuell dieses schöne Beispiel (bei dem mich nur die schablonenartige Unterzeile stört):

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