
Auch immer wieder schön: Wenn nicht nur irgend ein obskurer Schilderbeschrifter in indischen Restaurants sich dermassen in der Rechtschreibung verhaut, sondern der Coop höchstpersönlich.


Auch immer wieder schön: Wenn nicht nur irgend ein obskurer Schilderbeschrifter in indischen Restaurants sich dermassen in der Rechtschreibung verhaut, sondern der Coop höchstpersönlich.

Für die, die richtig gutes Gemüse wollen:

Gefunden an der Elsässerstrasse.
Noch nicht wirklich verstanden habe ich dagegen diesen Zürcher Fund:

Nein, Tipp-Fehler sind das nicht. Und Druck-Fehler eigentlich auch nicht: Einige wunderbare Verschreiber / Verkleber / Verkachler aus der NYC Subway zeigt der Gothamist (NYC Transit’s Top Typos), gefunden via Typophile. – Warum hab ich in New York nie sowas gesehen? Muss da wohl doch nochmal hin!
Bitte, kann mir jemand auf unschweinische Weise diesen Werbespruch erklären? Ich muss nur lachen.

Was soll das nur bedeuten: Ein 15,2 cm langes Teeregal? Nicht sehr viel Auswahl, dann. Eine 15,2 cm hohe Teepackung? Aber die muss man ja nicht auf einmal auslöffeln. Oder bezieht sich das auf das Fotoformat? (10×15 cm ist glaub ich 15,2 breit.) Aber was bedeutet das: Jetzt in jeder Teepackung ein Selbstauslöser, so à la YPS-Gimmick? Was dann allerdings eher gruselig ist in Zeiten der medialen Bigbrotheritis – vor allem, wenn man sich mal anschaut, was mit dem armen Teetrinker da passiert ist. Nicht so die Wirkung von Tee, wie ich mir sie vorstellen würde … aber was weiss ich schon, ich Coffee-and-Cigarettes-Mensch.
Als Bonus gibts noch dieses auch ein bisschen verwirrende Schild des Tages.

Viele Fragen. Wie macht man aus einem «Bio Rind» eine «Gemüseschmorrolle»? Seit wann gibt es in Basel eine «Inder Bio Metzgerei»? (OK, der war schwach.) Und: Was ist überhaupt eine Schmorrolle? Ganz bestimmt kein Wort, das sich im Vorbeigehen leicht lesen lässt.
Ich glaub, ich schenke denen einen Satz Bindestriche. Für die Bio-Metzgerei, das Bio-Rind und die Schmor-Rolle, die damit ganz fabulös lesbar wird.
Übrigens: Ich hab nichts gegen den Höheners. Die haben dramatisch tolle Bio-Fair-Trade-Haselnuss-Milch-Schokolade.

Draussen im Hafen: Das schönste verdrehte n der Welt

Spiegelkäse statt Spiegelei! (Gefunden im Coop Pronto am Barfi)

Der Zonk der Woche: Liebesgedichte bekommen, die man nicht versteht. Aber vielleicht lernt man ja so noch jemanden kennen, der einem damit hilft, und kann denjenigen zu einem ramotnischen Nachessen … interessante Strategie!
(Ich hab schon noch mehr, aber zu den andern möchte ich was Intelligentes schreiben und kämpfe gerade mit einer beginnenwollenden Grippe …)
Mein liebster indischer Laden does it again:
Zur Entschuldigung fürs lange Nichtposten – und zur Feier des hundertsten Posts (!) – hier die sehsucht-Highlights der Woche im Überblick!
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Der vorwurfsvolle Blick der Woche
Morgens um acht im Zug nach Zürich aufgegessen zu werden, würde mir auch nicht gefallen, zugegeben.
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Die Gebäudebeschriftung der Woche
Kann mir jemand sagen, was das jetzt ist?
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Ich war gerade in Mainz und Bonn. Das Ziel: Das Originalschriftmuster der Industria in der Bibliothek des Gutenbergmuseums zu scannen. Damit war das Thema, der Filter gesetzt. Unterwegs habe ich irgendwann festgestellt, dass ich in diesen mir neuen Städten ausschliesslich Schriftzüge fotografiert habe. Neue Städte begeistern mich immer auf der Schrift-Ebene, schon nur die Strassenschilder machen mich glücklich, bannen meinen Schritt, so dass ich alle paar Meter meine Tasche nach der Kamera umgraben muss.
Gott, hab ich immer gern … was war das nochmal, jedenfalls diese Sendung geschaut, wo ein Spruch aufgedeckt werden musste, die Konsonanten konnte man sich am Glücksrad erdrehen und Vokale musste man kaufen. Das ist aber Urzeiten her, ich weiss nicht mal, obs das noch gibt, geschweige denn, wie es hiess.
Vielleicht möchte jemand von Euch ja auch mal im echten Leben ein A kaufen. So ein A kann nämlich wahnsinnig praktisch sein, zum Beispiel so:
Und wer sich immer schon gefragt hat, wo er denn so ein A herkriegen könnte, dem wird offenbar hier geholfen:
Wenn jemand einen Dealer für ein N kennt, bitte bescheidsagen. Bei Ikea, wo mein A her ist, gabs noch M, X und O. Glaub ich. Aber auch das ist Urzeiten her.
Hier in der Migros arbeiten viele Elsässer. Und Innen. Und wenn man «Efeuille» französisch ausspricht, tönt das genau wie «Efeu». Grossartig, oder? Leider geht es nicht wirklich so, aber der Fehler ist total nachvollziehbar (und das Wort sieht lustig aus).
Da spürt man doch den Charme des Fremdsprachlers, der sich aus Versehen verschreibt, obwohl er sich das ganz logisch überlegt hat (und einem damit auch undidaktisch die Komplexität und Willkürlichkeit der eigenen Sprache vor Augen hält) – genau den Effekt also, den die doofe Mastro-Lorenzo-Werbung gestern erzielen wollte, aber dran vorbeigemurkst hat.
Fazit: Wollt Ihr Deutschfehler, dann lasst Nichtmuttersprachler texten!
Die mit dem Nuschelschild lesen offensichtlich sehsucht. Jetzt lassen sie jemand anders schreiben, der nicht nuschelt, sondern brüllt, und das auch noch formal vollendet. Es lebe der Simultankontrast!
Was beklagt man sich nicht gern über die marktschreierische Natur der Werbung, die uns umgibt. Um so faszinierender ist es, einem Schild zu begegnen wie diesem, das auf ein vorproduziertes Schreien hin («rivella!!!!!!!») nur noch ein stream-of-consciousness-mässiges Nuscheln von sich zu geben vermag:
Man hat den Eindruck, die wollen gar nicht so gern anpreisen, was sie alles haben. Bei den «Schinkengipfeli», da war noch etwas Selbstvertrauen da. Aber das «Menu zum mitnehmen»? Das ist nicht nur klein geschrieben, es ist dazu auch noch sehr klein geschrieben, if you know what I mean. Auch der Flamenkuchen ist interessant – eine belgische Variation des elsässischen Klassikers vielleicht? – Es macht einem fast ein schlechtes Gewissen, die Schreibfehler überhaupt zu sehen, wenn sich da jemand schon so offensichtlich zum Schreiben gezwungen hat. Am liebsten würd ich drunterschreiben: Hey! I’m OK – you’re OK. Und der «Pizza- Lauch + Pouletstrudel» ist sicher echt gut. Nein, wirklich. Was auch immer das ist.
I. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung braucht man auch zur Ausverkaufszeit nicht zu wissen, dass es eine Taste namens «%» gibt. Schliesslich handelt es sich hier um den grossen Oh/Oh-SONDERVERKAuF. (Was ist mit dem U?)
II. Ebenfalls entgegen einer weit verbreiteten Meinung gibt es Tastaturen, da sind zwar «ü»s drauf, aber keine «ö»s. Yep.
II b. Frage ohne Bild in Anschluss an II.: Warum gibt es Leute, die «Ö» am Wortanfang als «Oe» schreiben, den Umlaut im Wort (also als Minuskel) aber durchaus verwenden? Lieblingsbeispiel, leider nicht fotografiert: «Oelöfen». Würd mich mal wundernehmen, ob es für sowas einen Grund gibt oder ob es sich einfach um Inkonsequenz im Sinne von II. handelt.
III [Meta]. Es gibt tatsächlich Leute, denen sowas bei jeder Gelegenheit als seltsam aufstösst. Mich zum Beispiel. Das wiederum ist vermutlich auch seltsam. Aber eine Berufskrankheit.
Da der gute Herr Sick, B., seine (von mir sehr geliebte) Zwiebelfischchen-Seite seit Dezember (!) nicht mehr aktualisiert hat, stelle ich die drei wunderbaren Fundstücke, die ich ihm dafür gesendet habe, jetzt halt hierhin. Ich liebe und sammle sowas.
(Wohl das beste Wort überhaupt, bei dem man einen dummen Schreibfehler machen kann! Gefunden im Baslerstab)