Die New York Times empfiehlt, ab 19 Uhr EST mit Popcorn vor dem Fernseher zu sitzen. Da es hier dann quasi schon morgen ist und ich unmöglich bis dann Popcorn essen kann, hier – sozusagen auf den letzten Drücker vor der grossen Entscheidung – ein kleiner Einblick in die teils wirklich beeindruckende Grafik, die ein Wahlkampf in den U. S. of A. mit sich bringen kann. (Man stelle sich so etwas Hochkarätiges hier vor. Aber eben – man stelle sich so etwas Hochkarätiges wie Obama hier vor.)
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Von Ironiezeichen und Interrobangs
In input on 2. Oktober 2008 at 22:04Satzzeichen: Punkt, Komma, Doppelpunkt, Semikolon, Ausrufezeichen, Fragezeichen. Kennen wir alle. Dann vielleicht noch Gedanken- und Schrägstriche und den Hochpunkt. Dass es aber auf der freien Wildbahn der Satzzeichen auch ziemlich exotische Kreaturen gibt, die man nur selten zu Gesicht bekommt, wissen die wenigsten. Sozusagen das
der Orthotypografie.
Begeben wir uns also auf eine kleine Entdeckungsreise, liebe Kinder, anlässlich des gestrigen National Punctuation Day (ehrlich!). Pro specie rara typographica, sozusagen. (Via: Fontblog, FontFeed.)
Das da links wäre also das vielleicht bekannteste der exotischen Zeichen: das Interrobang. Sieht irgendwie aus wie zwei unterschiedliche Tiere zusammengepappt, und das ist es auch: als einzelnes Zeichen soll es die Kombination «!?» ablösen und so, laut Wikipedia,
am Ende einer Frage [...] zeigen, dass sie erregt oder ungläubig gestellt wird.
«Swissness» im Plakatdesign
In basel, input on 1. Oktober 2008 at 10:18Zu empfehlen für die Mittagspause oder sonst für eine halbe Stunde zwischendurch: Die Bibliothek für Gestaltung Basel und die Basler Plakatsammlung zeigen noch bis zum 25. Oktober «Swissness: Möbel, Mode, Markenprodukte in Plakat und Buch». Wie üblich ist die Ausstellung sehr klein, aber durchaus fein und ausserdem gratis.
Dabei kommen die im Titel als ebenbürtig angekündigten Bücher für meinen Geschmack präsentationsbedingt (wohl gezwungenermassen) zu kurz, da hinter Glas und so nicht wirklich anschaubar. Die Schweizer Werbeplakate aber – nicht nur aus der klassischen Hoch-Zeit der «Schweizer Grafik», sondern breit gefächert von den 20er- bis in die 90er-Jahre – sind schon sehr spannend. Ich frage mich immer, ob man unsere heutige Werbung in 50 Jahren auch als so lustig und so «Zeitgeist-enttarnend» empfinden wird. (Zeitgeistenttarnend ist die aus den 90er-Jahren ja auch schon, aber für mich nicht lustig. Eher blöd.)
Vor allem auch das typographische Auge kommt wieder mal auf seine Kosten.
Deutschfehler richtig gemacht
In basel, input on 25. September 2008 at 18:16Hier in der Migros arbeiten viele Elsässer. Und Innen. Und wenn man «Efeuille» französisch ausspricht, tönt das genau wie «Efeu». Grossartig, oder? Leider geht es nicht wirklich so, aber der Fehler ist total nachvollziehbar (und das Wort sieht lustig aus).
Da spürt man doch den Charme des Fremdsprachlers, der sich aus Versehen verschreibt, obwohl er sich das ganz logisch überlegt hat (und einem damit auch undidaktisch die Komplexität und Willkürlichkeit der eigenen Sprache vor Augen hält) – genau den Effekt also, den die doofe Mastro-Lorenzo-Werbung gestern erzielen wollte, aber dran vorbeigemurkst hat.
Fazit: Wollt Ihr Deutschfehler, dann lasst Nichtmuttersprachler texten!
Des Mastro Lorenzo und dem Deutsch
In input on 24. September 2008 at 21:19«Ich liebe jedem seiner Stärken»: Soll das jetzt so ein Italiener-können-Kaffee-aber-kein-Deutsch-Ding sein wie das mit dem «Isch ‘abe gar keine Auto»? Andere fragen sich das auch. Und 20 Minuten bestätigt die schreckliche Vermutung («Christa rettet dem Dativ») und sieht Christa Rigozzi damit auf «Verona-Feldbusch-Niveau». Was auch schon falsch ist, die Gute heisst ja schon gar nicht mehr Feldbusch, sondern Pooth, was ich wiederum, der Gerechtigkeit halber sei es zugegeben, nicht aussprechen kann.
20 Minuten zitiert dann auch die ungenannt bleibende PR-Agentur:
Das Sprachspiel soll den italienischen Charme unterstreichen.
Sprachspiel? Spiel? Wo?
Ich finde das ehrlich gesagt ein deutlich bemühtes Falschdeutsch und den «Witz» damit misslungen. Es ist schon ein sehr kreativer grammatikalischer Fehler, aber ein konstruierter, der damit niemals so lustig ist (und niemals so kreativ) wie wirklich passierte Fehler. Ein Fehler, auf den bestimmt nur Leute kommen, die perfekt Deutsch sprechen und sich dann irgendwie angestrengt Fehler ausdenken, die andere vielleicht machen könnten, die nicht wissen, wie’s geht. Auf «jeden» hätte man ja kommen können, das wär nur ein falsches Genus. Aber ein falsches Genus und einen falschen Kasus? Da käme doch keiner auf die Idee, aus Versehen einen solchen Fehler zu machen. Vor allem weil «seiner Stärken» dann wieder perfekt ist.
Auf mich wirkt das höchst konstruiert und irgendwo auch ein wenig problematisch. Ich meine, auf «hier werden Sie geholfen» kommen bestimmt auch Deutsch-Muttersprachler von selber, und Verona P. nahm ich den auch höchstpersönlich ab. Auch den mit dem «isch abe keine Auto» fand ich irgendwie sympathisch, sowas hat man ja realiter auch mal so ähnlich gehört. Aber unsere Sprache so willkürlich zu vermurksen, wie es wohl keiner tun würde, der sich darum bemüht … Ist das jetzt nicht auch irgendwie condescending? Das mit dem «italienischen Charme» hat da für mich so einen unangenehm gönnerhaften, leicht herablassenden Beigeschmack. Ein bisschen ungut, so wie aufgewärmter Kaffee.
(Danke für den Tipp, Sophie!)
Die feinen Details in den Zeichen
In input on 24. September 2008 at 00:08Nachdem ich jetzt doch eine Weile und mit einigen Hebeln in Bewegung – aber ergebnislos – versucht habe, herauszufinden, ob es so etwas wie die Industria schon in digitaler Form gibt, bin ich gerade etwas erschrocken, als ich die Presicav fand:
Die Proportionen, die konstruierten Versalien, der Schwung des «a» besonders in der Fetten, so vom Schriftbild her hat mich die Gute sofort an die Industria erinnert. Natürlich gibt es viele breite Linearantiquas nach frühem Vorbild, aber diese schien mir auf den ersten Blick schon sehr nah dran.
Auf den zweiten Blick stelle ich fest: Sie ist es nicht, auf keinen Fall, sie ist zu glatt, zu gefällig, die charakteristischen Formen stimmen nicht überein. Und: Es ist nicht nur das «Bild» auf den ersten Blick, das letztendlich über den Charakter einer Schrift entscheidet; es sind auch, und gerade, die feinen Details in den Zeichen. Und ich sehe mich fest.
Der Simultankontrast des Tages
In basel, input on 11. September 2008 at 09:29Die mit dem Nuschelschild lesen offensichtlich sehsucht. Jetzt lassen sie jemand anders schreiben, der nicht nuschelt, sondern brüllt, und das auch noch formal vollendet. Es lebe der Simultankontrast!
La Suisse n’existe pas
In input on 9. September 2008 at 14:46… das haben manche ja schon lange gesagt, aber jetzt wissen wirs endlich, dank Google!
(Was mit Österreich passiert ist, ist deren Problem.)
Aus dem Launch-Comic von Chrome:
Via baz.
Ein Nuschelschild
In basel, input on 8. September 2008 at 23:55Was beklagt man sich nicht gern über die marktschreierische Natur der Werbung, die uns umgibt. Um so faszinierender ist es, einem Schild zu begegnen wie diesem, das auf ein vorproduziertes Schreien hin («rivella!!!!!!!») nur noch ein stream-of-consciousness-mässiges Nuscheln von sich zu geben vermag:
Man hat den Eindruck, die wollen gar nicht so gern anpreisen, was sie alles haben. Bei den «Schinkengipfeli», da war noch etwas Selbstvertrauen da. Aber das «Menu zum mitnehmen»? Das ist nicht nur klein geschrieben, es ist dazu auch noch sehr klein geschrieben, if you know what I mean. Auch der Flamenkuchen ist interessant – eine belgische Variation des elsässischen Klassikers vielleicht? – Es macht einem fast ein schlechtes Gewissen, die Schreibfehler überhaupt zu sehen, wenn sich da jemand schon so offensichtlich zum Schreiben gezwungen hat. Am liebsten würd ich drunterschreiben: Hey! I’m OK – you’re OK. Und der «Pizza- Lauch + Pouletstrudel» ist sicher echt gut. Nein, wirklich. Was auch immer das ist.
Sehsucht. Heute: Bernsteinseifenblasen.
In input on 4. September 2008 at 18:12Sehsucht, f.: Der Zwang, in jeglichen, auch alltäglichen Situationen Aufregendes, Schönes oder Hässliches besonders wahrzunehmen bzw. zu sehen, meist von vielen unbemerkte Kleinigkeiten. Die S. lässt sich bei Betroffenen nur sehr schwer unterdrücken, macht aber nachhaltig glücklich, wenn sie ausgelebt wird.
Sowas kann mich stundenlang glücklich machen. Leider schlecht fotografiert, sorry, muss erstmal den Kamera-Akku neu aufladen. Die hält beim Gucken nicht so lang durch wie ich
Italiener dürfen erst später kommen
In input on 26. August 2008 at 07:50Aóvreürr, Clozeürr & Co.
In input on 25. August 2008 at 20:32Vor kurzem bekam ich ein T-Shirt geschenkt, auf dem steht
GOLDIS DAST LÜCKHEM GENTICHTÜD
.. und das heisst was. Aber es ist ein Anagramm, das sich jemand ausgedacht hat (das Mysterium soll aufrechterhalten werden).
Ähnlich wirr, aber irgendwie nicht unbekannt, kommen manche Sprachen daher, die es dann aber wirklich gibt (und die nicht konstruiert sind wie mein liebes «O fat obas»-Volapük). Aus der Abteilung «Sprachen, die wirken, als kämen sie aus dem Schüttelbecher oder wären extra für notorische Scrabble-Verlierer konzipiert; die man aber komischerweise irgendwie versteht, wenn man sie laut liest», heute: Gallo.
Hotels für Klammern vom Holz des Steines
In input on 24. August 2008 at 22:34Ich gebe zu: Sich lustig zu machen über automatische oder sonst haarsträubende Übersetzungen, ist nicht gerade die originellste Idee. Aber eine ziemlich lustige, vor allem, wenn man zufällig darüber stolpert – so geschehen in der Ferienplanung (danke, Lulo!).
Zum Beispiel macht einem diese Hotelbeschreibung doch so richtig Lust auf einen Besuch:
Aufgestellt zur Hälfte gleiche von geummauerten des Heiligen eins von Malo, Stadt auch genannt die Stadt der Seeräuber, in der berühmten Region von Bretagne. Das passende Hotel mit den Gruppen, die Familien oder die Klammern, so wie für die in den Spielräumen oder in der Konferenz von Verhandlungen.
Bis auf die Klammern kann man ja noch halbwegs erschliessen, worum es da gehen soll. Und auf jeden Fall gilt, auch wenn mans nicht wirklich versteht:
Sie sind willkommene diese „acace in der Ruhe des Hotel,,und -wärme.
Schön! Danke! Und wie wäre es hiermit:
Die garantiert schönste Art, älter zu werden
In input on 23. August 2008 at 15:47Hat mich früher immer sehr fasziniert, zu lesen, wie am Geburtstag irgendeines Königs «drei Tage lang gefeiert» wurde. Hab ich auch gerade gemacht; daher die Funkstille.
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An alle, die mal wieder einen leeren Kopf brauchen und ein volles Herz, die Appetit haben auf Salzwasserduft und Meeresfrüchte, auf Tage ohne Ziel und Programm, aber mit vielen schönen Momenten; auf Tage, wo man nicht nur sehsüchtig, sondern auch riech-. hör- und schmecksüchtig wird (und dabei ab und zu von einer Lachmöwe ausgelacht wird):
Man kann wegfahren. Auch wenns nur für zwei drei Tage ist. Ich bin komischerweise echt zufrieden damit, dass ich das iPhone noch aufgeschoben habe (auch wenn mein altes Handy immer mehr spinnt) und mir stattdessen ein Zugticket und eine Hotelreservation geleistet hab. (Ich werd älter! QED.)
Und: Saint-Malo ist grossartig. (Das hab ich jetzt nicht gesagt! Sonst hats da nachher mehr Touristen
)
Glücksmoment mit Renaissance-Antiqua
In basel, input on 14. August 2008 at 22:30Vorab möchte ich mich bei denjenigen Lesern entschuldigen, die mal wieder über was anderes als Buchstaben und Schriften lesen wollen – ich gebe zu, das häuft sich zur Zeit extrem, und gelobe: Es kommt auch wieder anderes.
Also.
Im Pharmaziehistorischen Museum Basel gibt es ein Exemplar von Andreas Vesals De Humani corporis fabrica, 1543 in Basel gedruckt. Normalerweise liegt das großformatige, dicke, mit Metallspangen verschließbare Buch hinter Glas, aufgeschlagen auf der opulenten Titelseite (man nimmt an, dass die Stiche in dem Buch von Tizian sind).
Aus-nahms-wei-se durfte ich heute in dem Werk blättern.
Grosser, grosser Glücksmoment. Ehrfurcht nahm mir fast den Atem. Was, und vielleicht bin ich da einfach ein Exot, (Tizian hin oder her) weniger an den (zugegeben großartigen) Stichen lag, sondern an der Typographie.
Anatomische Typographie
In input on 8. August 2008 at 12:16Soviel zum Thema «Skelettformen der Buchstaben»! Ein schönes Projekt von Björn Johansson, gefunden via I Love Typography / Streetanatomy.
Die schöne Verwendung sinnentfremdeter anatomischer Formen ist gleichzeitig eine gute Erinnerung an die Animatus-Ausstellung von Hyungkoo Lee, die ich immer noch nicht gesehen habe, die aber sehr schön sein soll. Aber ein Momentli geht sie ja noch, bis am 31. August nämlich.
Schrift im Raum, die Zweite
In input on 7. August 2008 at 23:43Ich hatte das preisgekrönte Projekt der gewissermassen «in den Raum projizierten» Schriftzüge von Viktoria Kirjuchina von der UdK Berlin ja für sehr neu gehalten. War natürlich Blödsinn, und ich revidiere diese Meinung jetzt. (Hey, man lernt nie aus!)
Der Fontblog berichtet über ein solchermassen umgesetztes Parkleitsystem in Melbourne (mit dem wunderschönen Wort «Illusionstypographie» im Titel):
Sieht zugegebenermassen geil aus. Ob eine überraschende Beschriftung, die nur aus einem Winkel wirklich betrachtbar ist und eine Fläche vortäuscht, wo keine ist, jetzt wirklich so sinnfällig ist für ein Leitsystem in einem Parkhaus, sei einmal dahingestellt. Denn alles kein Problem: Man muss sich bloss an die richtige Stelle stellen, dann kann mans auch lesen, so siehts zumindest der Designer.
In Melbourne I developed a way-finding-system for the Eureka Tower Carpark. The distor[t]ed letters on the wall can be read perfectly when standing at the right position.
(Axel Peemöller, via Nerdcore)
Neu ist das übrigens auch nicht: Es gibt zahlreiche Beispiele für dieses Prinzip …
Fundstück: «Industria-Grotesk»
In input on 7. August 2008 at 22:47Diese wunderschöne Grotesk nennt sich «Industria» und wurde 1910 / 1913 von Hermann Zehnpfundt für die Schriftgiesserei Emil Gursch in Berlin gezeichnet bzw. geschnitten – es ist eine Bleisatz-Type, die es in digitaler Form noch nicht gibt. Wäre einen Digitalisierungsversuch wert – ich überleg mirs ernsthaft, mich daran zu versuchen. Sollte es dazu kommen, werde ich natürlich hier darüber berichten.
Neben der hier gezeigten Halbfetten gibt es eine Fette, einen normalen Lauftextschnitt sowie eine «Zarte». Ach, ich könnte schwärmen.
Und manchmal würde ich mich gerne monatelang in Buchdruckereien und Schriftmagazinen einschliessen: Was es da wohl noch für Schätze gibt, die bisher nicht ins digitale Zeitalter herüberportiert wurden …
Das Blei und der Schweiss hinter den Büchern
In input on 3. August 2008 at 11:19Manchmal tut es echt gut, sich wieder bewusst zu machen, wie kompliziert gewisse Dinge früher waren und wieviel Handwerk und Schweiss dabei eine Rolle spielten. Zum Beispiel das Herstellen von Büchern. Ich mein jetzt nicht das Schreiben, sondern das Drucken.
Via I Love Typography (wo es auch sonst ganz tolle Sachen gibt) kommt dieses wunderbare Video von 1947: «Making Books». (Link auf das Video, da ich Vimeo hier nicht direkt einbetten kann – sorry.)
(Un-)sinnige Segmentanzeigen
In input on 31. Juli 2008 at 11:04Der Fontblog zeigt ein wunderschönes Beispiel «doppelt gefügter Zeichen»: Eine Tankstellenanlage mit einer LED-Anzeige, die so tut, als sei sie eine LCD-Segmentanzeige. Obwohl man mit den kleinen Leuchtdioden ja auch eine «richtige» Schrift hätte annähern können, entschied man sich also ohne technischen Zwang für die eckig-technischen LCD-Formen. [Link]
Dabei finde ich die folgende Bemerkung aus den Kommentaren höchst spannend – als Argument für den Segment-Look und gegen die Nachahmung einer Druckschrift:
Man hat ja als Erwartungshaltung dass sich die Preise ständig ändern (können). Wenn das dann aussieht als wären sie festgeschrieben, kommt mir das zumindest komisch vor.
Schon spannend: Die aktuelle Wahrnehmung gefügter Zeichen sagt: Das ist ein Zeichen, das sich ständig ändern kann. Das am Puls der Zeit ist. Das nicht gestaltet ist und schön, sondern «nackte» Information. Wie bei den Joghurtbechern: Das Logo ist schick gestaltet und bunt, aber das Wichtigste, nämlich das Ablaufdatum, steht tagesaktuell und hässlich grob gepixelt drauf.
Ja wie jetzt?
In basel, input on 28. Juli 2008 at 22:37Betriebs- und Lagerräume? Im Ernst?
Ich staune und verkneife mir jegliche Kommentare unter der Gürtellinie. Doch, ehrlich.
(Gefunden heute im Baslerstab. Eben: Mein liebstes Stück Basel.)
Deine Tastatur, das unbekannte Wesen
In basel, input on 27. Juli 2008 at 00:12I. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung braucht man auch zur Ausverkaufszeit nicht zu wissen, dass es eine Taste namens «%» gibt. Schliesslich handelt es sich hier um den grossen Oh/Oh-SONDERVERKAuF. (Was ist mit dem U?)
II. Ebenfalls entgegen einer weit verbreiteten Meinung gibt es Tastaturen, da sind zwar «ü»s drauf, aber keine «ö»s. Yep.
II b. Frage ohne Bild in Anschluss an II.: Warum gibt es Leute, die «Ö» am Wortanfang als «Oe» schreiben, den Umlaut im Wort (also als Minuskel) aber durchaus verwenden? Lieblingsbeispiel, leider nicht fotografiert: «Oelöfen». Würd mich mal wundernehmen, ob es für sowas einen Grund gibt oder ob es sich einfach um Inkonsequenz im Sinne von II. handelt.
III [Meta]. Es gibt tatsächlich Leute, denen sowas bei jeder Gelegenheit als seltsam aufstösst. Mich zum Beispiel. Das wiederum ist vermutlich auch seltsam. Aber eine Berufskrankheit.
Obama rockt Berlin
In input on 24. Juli 2008 at 22:35Link zur Rede als Video (25 Minuten):
Der Applaus sicher verhaltener als in seinem Homeland, aber: 200 000 Zuschauer? Zum Glück bin ich dann doch nicht hingefahren
.
Ein Transkript gibts hier.
No mo’ smorkin’ labbit
In input on 23. Juli 2008 at 11:30Schon toll, was man so einem Hasen alles ins Maul geben kann, wenn er mal nicht mehr kettenraucht. (Gebt Euch das Rüebli! Dem ist das Maul gestopft!)
Ja: Der smorkin’ labbit von Kidrobot hat das Rauchen aufgegeben. Jetzt heisst er einfach Labbit.
Auch Street Art hat Regeln
In input on 23. Juli 2008 at 11:03Cartoon des Tages für alle Kreativen, die auch Tüpflischiisser sind:
Mehr solches gibts bei the rut.
Obama bringt seine schöne Grafik nach Berlin
In input on 22. Juli 2008 at 22:03Der Fontblog titelt heute ungewohnt euphorisch: «Endlich mal ein gutes Plakat in Deutschland». Indeed: Anlässliches des Besuchs von unser aller Lieblings-US-Präsidentschaftskandidaten (huch, welch abenteuerliche grammatikalische Konstruktion) wird der Unterschied zwischen den grafischen Kulturen in der Wahlwerbung sehr greifbar.
Übrigens gab es zu dem Plakat noch zwei Varianten, die dann zugunsten der obigen Gestaltung verworfen wurden: (weiterlesen…)
Künstler-Wallpapers fürs iPhone
In input on 20. Juli 2008 at 14:25Für all die glücklichen Leute, die schon ein iPhone oder einen iPod Touch haben, gibts bei Poolga interessante Wallpapers. Und zwar für einmal keine Panorama-Landschaftsfotos mit übersättigten Farben oder so, sondern eigenwillige und tolle Designs von verschiedenen Designern und Illustratoren. Was auffällt: Das ganze lehnt ein bisschen in Richtung Collage, Grunge, Handzeichnung; selbst die vektorartigen Grafiken sind oft nicht ganz «sauber», weisen Verwischungen auf und wirken handgemacht. Alles ein bisschen dreckig. Das ist natürlich einerseits ein Trend, andererseits hängt es mit der Auswahl der beteiligten Illustratoren zusammen. Ich finds einen spannenden Ansatz, gerade im Kontrast mit dem schon sehr, sehr, sehr cleanen iPhone.
(via NOTCOT)
(Und wenn mir hier jemand erklären kann, wie ich die Bilder unschief ausrichten kann, macht derdiedasjenige mich sehr glücklich!)
DVD-Empfehlung: tolle Musik, weites Island
In input on 19. Juli 2008 at 23:38Wahnsinnig schön und schwer zu empfehlen: Die Heima-DVD von Sigur Rós (von denen ich bisher eigentlich kein Riesenfan war, aber ich glaub, das geht grad los).
Die Konzeption: Am Ende der Welttournee 2006 gab die Band eine Reihe von spontanen (oder zumindest nicht groß publizierten) Gratiskonzerten in ihrer Heimat Island – passenderweise bedeutet der Titel «zuhause». Der Film auf der DVD dokumentiert diese Konzerte, die nur zu einem kleinen Teil auf Konzertbühnen stattfand und zum grösseren auf Wiesen in the middle of nowhere, in Wohnzimmern und Mehrzweckräumen, einmal sogar in einer verlassenen Fischfabrik (oh, Industrieromantik), vor skeptischen und interessierten Zuschauern, deren Enkelkindern, Großeltern, Hunden, Pferden und ein paar Schafen.
Der Film ist toll fotografiert und geschnitten und gibt nicht nur der Band, sondern auch ihrer schon sehr merkwürdigen und faszinierenden Heimat gebührenden Raum. Ich war nur einmal in Island, und das vor etwa 14 Jahren; dieser Film hat das Fernweh nun wieder ausdrücklich beflügelt. Und die Musik gefällt mir langsam auch richtig gut
Trailer (etwas zu dunkel; ganz so extremkontrastig ist die DVD dann doch nicht):
Ausschnitt mit dem Abschluss des Films und Untitled #8 vom ( )-Album. Eigentlich eher atypisch für den ganzen Film (Konzertsetting, wenig Landschaftsbilder), aber so wahnsinnig hypnotisch, dass man ihn eigentlich den ganzen Tag anschauen / anhören müsste.
Zu haben ist die DVD bei cede.ch oder Amazon, wo es auch noch ein paar weitere Videoausschnitte anzuschauen gibt.
Geographie: Mangelhaft
In input on 17. Juli 2008 at 16:35Als ich kürzlich auf mini-jobs.ch herumklickte, fiel mein Blick auf das – zugegeben sowieso schon eigentümliche – Logo, und der unangenehme Gedanke liess mich nicht los, dass da was richtig im Argen liegt.
Ich will jetzt für einmal nicht darauf hinaus, die sinnlose blaue Schraffur hinter dem Pin mit dem lustigen Schatten zu hinterfragen oder die unmotivierte Kursive des «.ch» oder was auch immer. Ehrlich. Nein, diesmal ist diese Korinthenkackerin inhaltlich empört.
Vergleiche:
Ländergrenzen heute (Wikipedia)
Ländergrenzen im 18. Jahrhundert (auch Wikipedia)
Warum hat eine Internet-Jobbörse die Schweiz in den Grenzen der Alten Eidgenossenschaft im Logo?
Was bei Dell im Lieferumfang (nicht) enthalten ist
In input on 16. Juli 2008 at 17:11Gefunden beim Laptoprecherchieren:

.. ausserdem kein externer 24-Zoll-Monitor, keine A3240958392B-Tastatur und kein grünes Nashorn.
Scherzkekse! (Danke, Lulo.)
Musikvideos, Punkte, Pixel
In input on 16. Juli 2008 at 12:16Vor 27 Jahren machte der Videokünstler Bruce Conner † für David Byrne und Brian Eno dieses Musikvideo.
Byrne & Eno «Mea culpa», 1981 [YouTube]
Oder hier als (speicherbares) Quicktime mit besserer Qualität.
Nicht nur die Musik («Mea Culpa», von dem Album My Life in the Bush of Ghosts, das ich gerade big time entdeckt habe – Jesus! eine kollektive Wurzel von so viel aktueller Musik), also eben: nicht nur die Musik war damals wohl schon sehr neu (das erste Album, das intensiv auf «gefundene» Samples baute), sondern auch das Video. Sozusagen eine Flashanimation, lang lang bevor es Flashanimationen gab. Cool.
Conners technische Experimentierlust – wie auch seine schlichte, mathematisch-logisch-minimalistische und irgendwie wissenschaftlich-trocken wirkende Pünktchen-Grafik – sind heute wie damals aktuell. So frappiert der direkte Vergleich mit dem brandneuen und gerade (zu Recht) durch alle Blogs geschleiften Videoclip von Radiohead.
Serifenserifenschrift
In input on 15. Juli 2008 at 14:03Google StreetView 2.0
In input on 14. Juli 2008 at 12:15Vor einer Weile gabs dieses lustige Filmli über die Ängste vor den (nicht existenten) Grenzen von Google StreetView:
.. und jetzt findet sich auf GoogleWatchBlog eine konsequente Fortsetzung, die ich noch um einiges heisser finde – da wirds einem schon latent gruselig zumute. Ein schönes Filmli für die Mittags-, Kaffee- oder Apéropause.
EDIT: Hu, von denen gibts noch mehr: hier.
Note to self: Ideen selbst ausführen
In input on 14. Juli 2008 at 12:03.. bevor sie jemand anders zuerst und auch noch schöner umsetzt.
Seit Jahren trage ich die Idee von in den Raum «projizierten», verzerrt an die Wände gemalten Schriftzeichen, die nur aus einer Perspektive lesbar sind, mit mir rum und setze sie nicht um – selber schuld. Jetzt hats Viktoria Kirjuchina von der UdK gemacht, und zwar sehr schön:
(via Tockiblog / Originalseite)
.. wär vielleicht trotzdem noch ne Idee fürs eigene Arbeitszimmer? Auf jeden Fall herzlichen Glückwunsch, sehr schön die Sache!
Wo man Türen stiehlt
In input on 13. Juli 2008 at 23:47Schon etwas älter, aber immer noch schön: Ein eigenartiges Begebnis aus dem fernen Osten Deutschlands. (Dass da um 7 Uhr morgens niemand unterwegs ist und andere Leute vom Türenstehlen abhält? Das war noch nicht mal im Studentenviertel!)
By the way: Tausend Euro Belohnung? Wie teuer sind eigentlich Türen?
Und der betroffene Hauseingang sah dann so aus:
Wenn die Wände Stimmen haben
In input on 12. Juli 2008 at 20:58Linktipp für Street-Art-Liebhaber, Genauhingucker und Hobbyphilosophen: Auf Pictures of Walls gibts eine grosse Sammlung von «Street Art» aus der ganzen Welt. In Anführungszeichen deshalb, weil es hier nicht um die grosse laute Künstlerszene mit Banksy&Co geht; hier finden sich im Gegenteil die kleinen, lakonischen Bemerkungen, die von irgendwem stammen könnten und leise den öffentlichen Raum beleben. Schön zum Stöbern.
Hier ein paar Lieblingsbilder:
Olafur Eliasson und die Wasserfälle von New York
In input on 10. Juli 2008 at 22:31Da überlege ich schon die ganze Zeit, wann ich nun endlich in die Olafur-Eliasson-Ausstellung gehe – hu! die geht nur noch bis am Sonntag! –, da macht der Mann sowas in New York.
Scherenschnittvektorgrafik
In input on 9. Juli 2008 at 22:08Kuhle Idee: The Dark Side of Switzerland. Gefunden bei Behance via okej.
Irgendwie siehts zwar von weitem eher aus wie ein mumifizierter Hamster als wie Mr. Darth V., aber lassen wir das mal gut sein.
Der achsensymmetrische, scherenschnittartige Vektor-Stil (ist das grad in? Mich dünkt, man sieht sowas in letzter Zeit ab und zu) erinnert mich leider auch wieder an dieses Bild von Ryan McGinness, das ich an der Art sehr gerne gekauft hätte, wenn ich zufällig fünfzehntausend Dollar dabeigehabt hätte.
Das ergibt zwar keinen Darth Hamster, dafür kriegt man Blattgold. Ah, dieses Bild. Schade, kann mans nicht grösser anschauen.
Jenseits der Präzision
In input on 8. Juli 2008 at 20:17Schon irgendwie schade, wenn man sich Präzision auf die Fahnen schreibt und dann schief druckt. Der verantwortliche Grafiker möcht ich jetzt nicht sein.
Detail:

(Tramfenster-Aufklebewerbung in Basel)
The Real Empires of Evil
In input on 5. Juli 2008 at 12:00Wow. Smarte neue Flaggen:
Da muss man ein bisschen das Hirn ankurbeln (und grossklicken, sorry, klein kann mans nicht lesen); ein paar davon hab ich auch noch nicht verstanden (was ist mit «Working Overtimor»?). Aber ein schöner HAHA!-Effekt, wenn man wieder eins geschnallt hat. Kleiner Tipp: …
Konstruktive Dekonstruktion
In input on 5. Juli 2008 at 01:41iPhone bei Orange oder Swisscom holen?
In input on 4. Juli 2008 at 20:34Linktipp: neuerdings vergleicht die Orange- und Swisscom-Preise fürs iPhone detailliert und recht aufschlussreich. Was ich mache, weiss ich noch nicht, ich tu ja immer noch so, als könnte ich es mir eh nicht leisten, was ich mir leider inzwischen nicht mehr so richtig glaube.
EDIT: neuerdings hat ein ganzes Special zum iPhone 3G. Da erfährt man ungefähr alles. Sorry, dass hier nicht mehr steht – mir bleibt nicht viel zu sagen übrig.
Apfelkultur für Axel Springer
In input on 4. Juli 2008 at 20:13Wow: Apple ist um einen ernsthaften Grosskunden reicher: Axel Springer stellt komplett auf Apple-Produkte um.
Das bringt, wie der infamy-Blog schreibt, Apple einerseits nicht unbedingt Sympathiepunkte. Was ich andererseits schon faszinierend finde, ist diese Einschätzung:
Schöne Zeiten
In input on 3. Juli 2008 at 10:49Ich habe einen neuen Lieblingsbildschirmschoner: Rotary Word Clock.

Eine Weiterentwicklung der (auch sehr schönen) Word Clock von Simon Heys. Für Typo-Addicts wie mich eine echt schöne Sache.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier noch einige weitere schöne und/oder interessante Zeit-Visualisierungs-Ideen:
Eindeutig zweideutig
In input on 3. Juli 2008 at 00:26Unglaublich aber wahr:
Hier gibts noch mehr von der Sorte («Something to do with your hands that won’t make you go blind»).
Mich erinnert das an diese schöne Volvo-Werbung, die allerdings sehr viel stilvoller auf eindeutige Zweideutigkeit setzt:
Perfekte Hausfrauen sterben nicht aus
In input on 1. Juli 2008 at 21:01Oder sie werden nicht aussterben gelassen*: Es gibt tatsächlich immer noch Werbung für Produkte, die das «Geheimnis der perfektesten Hausfrauen» sein wollen. Mit Ausrufezeichen.

Gibts für sowas wirklich noch ein Zielpublikum?
(* PC-Disclaimer: Nein, ich finde nicht, dass perfekte Hausfrauen aussterben sollten. Aber das Konzept von denselben.)
iPhone-Tarife!
In input on 1. Juli 2008 at 12:30Swisscoms iPhone-Tarife sind so verd*mmt human, dass ich mirs jetzt doch ernsthaft überlegen muss. Arrgh!!
Ein feines Zitat
In input on 30. Juni 2008 at 21:25Design, as I see it, is an attempt to harmonize the visual appearance with the inner content. Hence, the best design is not what looks the best, but what reflects the essence the best.
(Rezo Kaishauri, georgischer Künstler)
Volle Version hier.
Basel ` s erste meiste Fragen an einen Flyer
In basel, input on 30. Juni 2008 at 21:12Der hier war heute in meinem Briefkasten.
Also.
Jetzt mal abgesehen davon, dass da der absolute Inbegriff des Deppenapostrophs drauf ist – nicht nur ein Apostroph, wo keiner hingehört; nicht nur ein Akzent statt eines Apostrophs, der da nicht hingehört; nein, ein Leerschlag, ein Akzent und noch ein Leerschlag, wo nicht einmal ein Apostroph hingehört – also davon einmal abgesehen plagen mich seither diverse Fragen.
Was ist «Basel ` s erste grösste Pizza»: War das mal (vermutlich 2003) die grösste, ist es aber nicht mehr? Warum muss man «GRÖSSTE» unbedingt GROSS schreiben, damit es auch alle verstehen? (Ist es also auch die GRÖSSTE FETTESTE Pizza?) Warum sieht die Gattungsbezeichnung, mal abgesehen vom Deppen Leerzeichen, aus wie «Pizza Hurier», und warum sieht überhaupt das ganze Ding aus wie Werbung für einen schlechten Erotik-Megastore?
Aber richtig verwirrend wirds erst.
Deppenapostroph reloaded
In input on 29. Juni 2008 at 13:51Also als Gestalter muss man nicht Deutsch können. Und Englisch eh nicht. Man muss einfach machen, dass es irgendwie noch lustig aussieht.

Nieveaufolle Vundstücke
In basel, input on 29. Juni 2008 at 13:27Da der gute Herr Sick, B., seine (von mir sehr geliebte) Zwiebelfischchen-Seite seit Dezember (!) nicht mehr aktualisiert hat, stelle ich die drei wunderbaren Fundstücke, die ich ihm dafür gesendet habe, jetzt halt hierhin. Ich liebe und sammle sowas.
(Wohl das beste Wort überhaupt, bei dem man einen dummen Schreibfehler machen kann! Gefunden im Baslerstab)






































































