visuell fixiert in basel

Unter Basel keine Ratten

In basel, input on 28. Juni 2008 at 19:28

Am Birsig in Basel

Basel, Falknerstrasse.

Die Coaching-Firma ideenreich bietet Birsig-Führungen an. Ungefähr zwei Stunden lang folgt man dem Lauf der Birsig vom Zolli-Eingang bis zur Mündung in den Rhein – grösstenteils unterirdisch.

Das sieht gruseliger aus, als es eigentlich ist. Ratten hat es keine, höchstens Tauben (die einer meiner Exen als «flying rats» zu betiteln pflegte, dann stimmts ja wieder).

Ich bin am Birsig aufgewachsen, in Binningen, und als kleiner Knopf regelmässig mit dem Schlauchboot auf ihm herumgetümpelt (das ging nur bis zu einem gewissen Alter und maximal zu zweit, sonst schrammte man mit dem Hintern das Bachbett entlang). Meine eine beste Freundin hatte eine Art Baumhaus auf den Birsig hinaus, da sassen wir nachmittagelang und hörten das gefühlt immergleiche schlechte Mixtape mit schlechter Musik, die man damals unbedingt hören musste (Sandras «Maria Magdalena» und dergleichen) und schauten auf das träge dahinplätschernde Bächlein.

Erst diesen Donnerstag, an besagter Führung, habe ich geschnallt, dass dieses träge dahinplätschernde, einigermassen langweilige Bächlein dafür verantwortlich ist, dass es zwischen Spalenberg und Münsterhügel ein solches Tal gibt.

Und wie das Bächlein auf dem Stück aussieht, wo es unterirdisch verläuft, auch diese Frage hat sich jetzt nach bald 20 Jahren des Immerwiederdavonträumens für mich geklärt. Ja, die Führung ist empfehlenswert; ich hätte zwar lieber einfach den Schlüssel gehabt und wäre allein da unten rumgegurkt, aber auf jeden Fall ein interessanter, ähm, Einstieg. Etwas eigen war die – unserem Anlass wohl eigene – Kombination mit einer helvetas-Frau, die sich anlässlich des «Jahres der sanitären Grundversorgung» (ehrlich!) stets bemühte zu betonen, wie gut unsere Wasserversorgung ist und dass es das nicht überall gibt und dass mancherorts in Afrika die Leute noch immer in die Bäche scheissen wie die Basler früher in den Birsig. Für diese etwas dröge-didaktischen Erörterungen hätten die für die Fussballtouristen aller Länder aufgestellten Klohäuschen in der ganzen Stadt vielleicht einen besseren Anlass geboten als dieser auch nicht wahnsinnig tiefgehende, aber interessante Ausflug in die Basler Stadtgeschichte.

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