visuell fixiert in basel

Zeit-Bilder

In output on 17. September 2008 at 11:26

Gleich bei zwei Projekten habe ich es gerade mit der Zeit als Thematik zu tun. Schwierig zu visualisieren ist das sowieso; spannend finde ich auch, wie festgefahren vorgeprägte «Zeit-Bilder» in welchen Bereichen sind.

Das eine Projekt ist ein Programm-Icon / Logo für ein Zeitmanagement-Tool; darüber in Kürze mehr, dazu gibts noch nicht viel zu erzählen, ausser dass irgendwie alle Zeitmanagement-Tools eine Uhr im Logo haben. Echt. Bei meiner kurzen Recherche warens deutlich über 90 Prozent. Es wird noch spannend, zu entscheiden, ob wir auch eine Uhr machen oder bewusst etwas anderes –

Kein Logo, sondern eine Illustration (und ein Layout) waren beim anderen «Zeit»-Projekt gefragt. Die MinD-Akademie (grossartiges Event, dieses Jahr schaff ichs leider nicht) findet Anfang Oktober in Nürnberg statt und steht unter dem Leitthema «Zeit»; ich habe dafür den Abstractband gesetzt. Mit Cover.

Während ich das Cover letztes Jahr, damals zum Thema «Kreativität und Innovation», unter heftigem Zeitdruck mit einem doch sehr offensichtlichen und «cleanen» Stockfoto illustriert habe (Glühbirne), hatte ich diesmal das dringende Bedürfnis, wegzukommen von den evidentesten Motiven wie Uhren, Sanduhren, abgeblätterten Oberflächen, verwelkten Blumen etc. sowie geschniegelten Agenturbildern und kam dann auf dieses Motiv:

Das Lomofoto stammt aus einer Serie, die ich 2002 mit einem billigen «Action Sampler» in New York aufgenommen habe. Zugegeben auch keine «neue» Ästhetik mehr, aber eine, die das Vergehen der Zeit und das fototypische Festfrieren des Moments vielleicht noch deutlicher vergegenwärtigt als eine «gewöhnliche» Fotografie, auch wegen der schlechten Qualität, der verwaschenen Farben … Eine andere Ebene der Visualisierung von Zeit liegt im «Erinnerungs»-Moment: Der Büttenrand ist drangesetzt und soll an alte Familienalbumfotos erinnern, und gerade deshalb, weil die Lomo-Welle schon ein paar Jahre her ist, verstärkt sich die Distanz zu dem, was auf dem Foto zu sehen ist.

Vielleicht ist das jetzt wahnsinnig verkopft – es würde mich jedenfalls interessieren, hierzu Feedback zu bekommen, inwiefern das Motiv für Euch als Illustration zum Thema «Zeit» funktioniert.

Hier nochmal im Gesamtzusammenhang:

Die gepunkteten Linien gehen übrigens durch, im Innenteil allerdings an der Oberkante der Seite. Mich erinnern die in dem Kontext an einen visualisierten Sekundenschlag («Beim nächsten Ton ist es …»). Und wenn nicht, dann ists halt einfach eine gepunktete Linie.🙂

Das Büchlein im Format DIN A5 ist 92 Seiten stark geworden und wird jetzt bei bod produziert; ich bin gespannt auf die fertigen Büchlein und drücke fest die Daumen, dass im Druck alles klappt – deren Angaben zur Druckaufbereitung sind mehr als dürftig (oder sehr, sehr gut versteckt).

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