visuell fixiert in basel

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Actionpainting auf dem Balkon

In output on 5. April 2009 at 15:28

Ist doch mal ein anderer Titel als «Neue Drucksachen»! Dabei geht es genau darum: Neue Drucksachen habe ich vorgestern von der Druckerei bekommen, Plakate und Flyer für eine Tagung:

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«Ästhetik des Opfers»: Kein einfaches Thema. Es geht übrigens – auf Deutsch ist das Wort ja auch noch so schön doppelsinnig – nicht um Menschen, die Opfer von Gewalt, Krieg etc. werden (victima), sondern um religiöse Opferrituale (sacrificia). Wie visualisiert man das möglichst allgemein, d.h. ohne konkrete Anspielungen auf einzelne Kulturkreise? Das Opferlamm flog raus, Opferschalen und -altäre auch, Kreuze sowieso, auch Hünengräber und Dolmen.

Was aber könnte universaler sein als Blut? Als konkretes Zeichen wie auch als kraftvolle Metapher vermag der Blutfleck eine Menge von «Konkretheitsstufen» abzudecken – und seine Reihung deutet auf die Institutionalisierung, die Repetitivität, die Ritualhaftigkeit des Opferritus hin.

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Alles klar? 🙂 Spass gemacht hats vor allem. Nicht nur das konzeptionelle Hirnen (inkl. Recherche in der Unibibliothek), sondern vor allem auch die Umsetzung (notabene grösstenteils im Zustand akuter Grippe und Bronchitis). Fotografiert habe ich das Motiv nämlich selber, Blut auf Marmor, ich meine: Randensaft auf Balkontisch.

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Auf der Reise durch die Weltliteratur

In output on 16. September 2008 at 13:33

Neue Drucksachen sind da!

Das Deutsche Seminar der Uni Basel hatte kurzfristig wegen A3-Plakaten und Klappflyern zu einer neuen Vortragsreihe angefragt. Als der Anruf kam, lag ich zwar gerade mit Grippe im Bett und hatte schon zuviel zu tun, doch das Thema hat mich gefangen: «Carmen perpetuum. Ovids Metamorphosen in der Weltliteratur» – wobei dem Wort Metamorphosen ein schöner Doppelsinn zufällt, da es einerseits natürlich den Werktitel bezeichnet, andererseits auch auf die Metamorphose des Stoffes in der Rezeption und Adaption anspielt. Also, Wortspiel: toll. Zweitens, Metamorphosen: toll. Ovids Metamorphosen waren für mich so ein Highlight des Lateinunterrichts.

Das Motiv ist ein bisschen frech geworden, was der Universität auch ganz gut tut ab und zu, denke ich:

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Basel ` s erste meiste Fragen an einen Flyer

In basel, input on 30. Juni 2008 at 21:12

Der hier war heute in meinem Briefkasten.

Also.

Jetzt mal abgesehen davon, dass da der absolute Inbegriff des Deppenapostrophs drauf ist – nicht nur ein Apostroph, wo keiner hingehört; nicht nur ein Akzent statt eines Apostrophs, der da nicht hingehört; nein, ein Leerschlag, ein Akzent und noch ein Leerschlag, wo nicht einmal ein Apostroph hingehört – also davon einmal abgesehen plagen mich seither diverse Fragen.

Was ist «Basel ` s erste grösste Pizza»: War das mal (vermutlich 2003) die grösste, ist es aber nicht mehr? Warum muss man «GRÖSSTE» unbedingt GROSS schreiben, damit es auch alle verstehen? (Ist es also auch die GRÖSSTE FETTESTE Pizza?) Warum sieht die Gattungsbezeichnung, mal abgesehen vom Deppen Leerzeichen, aus wie «Pizza Hurier», und warum sieht überhaupt das ganze Ding aus wie Werbung für einen schlechten Erotik-Megastore?

Aber richtig verwirrend wirds erst.

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