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Nada Surf im Volkshaus: Sound ohne Tiefenschärfe

In basel, input on 26. Oktober 2008 at 14:58

Am Freitag war ich endlich mal wieder an einem Konzert.

An alle, die sagen, das iPhone kann keine guten Bilder machen, so!

Nada Surf haben im Volkshaus gespielt, und ich muss sagen, Spass gemacht hats. Ich kenne die Band eigentlich nur durch Moni (danke!), die mich diesmal auch mitgenommen hat. Die Sache nennt sich «College Rock» und tönt (wie Anne-Catherine treffend bemerkt) ein bisschen wie die amerikanische Version von Britpop. Amipop? Anyway: Mehrmals habe ich mich an das Coldplay-Konzert erinnert gefühlt, das ich vor, öh, zwei Jahren oder so in Dresden gesehen habe: Das rockt, das fetzt, dann wirds wieder ruhiger, dann fetzts wieder. Handwerklich echt gut gemacht, gute Harmonien, gute Rhythmen (wenn auch immer wieder ein bisschen dieselben), und irgendwie lässt es einen jenseits der oberflächlichen Basisreflexe (Beat im Bauch = Tanzen; ruhige Melodie = Feuerzeug rauskramen) kalt. Also mich.

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DVD-Empfehlung: tolle Musik, weites Island

In input on 19. Juli 2008 at 23:38

Wahnsinnig schön und schwer zu empfehlen: Die Heima-DVD von Sigur Rós (von denen ich bisher eigentlich kein Riesenfan war, aber ich glaub, das geht grad los).

Die Konzeption: Am Ende der Welttournee 2006 gab die Band eine Reihe von spontanen (oder zumindest nicht groß publizierten) Gratiskonzerten in ihrer Heimat Island – passenderweise bedeutet der Titel «zuhause». Der Film auf der DVD dokumentiert diese Konzerte, die nur zu einem kleinen Teil auf Konzertbühnen stattfand und zum grösseren auf Wiesen in the middle of nowhere, in Wohnzimmern und Mehrzweckräumen, einmal sogar in einer verlassenen Fischfabrik (oh, Industrieromantik), vor skeptischen und interessierten Zuschauern, deren Enkelkindern, Großeltern, Hunden, Pferden und ein paar Schafen.

Der Film ist toll fotografiert und geschnitten und gibt nicht nur der Band, sondern auch ihrer schon sehr merkwürdigen und faszinierenden Heimat gebührenden Raum. Ich war nur einmal in Island, und das vor etwa 14 Jahren; dieser Film hat das Fernweh nun wieder ausdrücklich beflügelt. Und die Musik gefällt mir langsam auch richtig gut 😉

Trailer (etwas zu dunkel; ganz so extremkontrastig ist die DVD dann doch nicht):

Ausschnitt mit dem Abschluss des Films und Untitled #8 vom ( )-Album. Eigentlich eher atypisch für den ganzen Film (Konzertsetting, wenig Landschaftsbilder), aber so wahnsinnig hypnotisch, dass man ihn eigentlich den ganzen Tag anschauen / anhören müsste.

Zu haben ist die DVD bei cede.ch oder Amazon, wo es auch noch ein paar weitere Videoausschnitte anzuschauen gibt.

Musikvideos, Punkte, Pixel

In input on 16. Juli 2008 at 12:16

Vor 27 Jahren machte der Videokünstler Bruce Conner † für David Byrne und Brian Eno dieses Musikvideo.

Byrne & Eno «Mea culpa», 1981 [YouTube]

Oder hier als (speicherbares) Quicktime mit besserer Qualität.

Nicht nur die Musik («Mea Culpa», von dem Album My Life in the Bush of Ghosts, das ich gerade big time entdeckt habe – Jesus! eine kollektive Wurzel von so viel aktueller Musik), also eben: nicht nur die Musik war damals wohl schon sehr neu (das erste Album, das intensiv auf «gefundene» Samples baute), sondern auch das Video. Sozusagen eine Flashanimation, lang lang bevor es Flashanimationen gab. Cool.

Conners technische Experimentierlust – wie auch seine schlichte, mathematisch-logisch-minimalistische und irgendwie wissenschaftlich-trocken wirkende Pünktchen-Grafik – sind heute wie damals aktuell. So frappiert der direkte Vergleich mit dem brandneuen und gerade (zu Recht) durch alle Blogs geschleiften Videoclip von Radiohead.

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