visuell fixiert in basel

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Actionpainting auf dem Balkon

In output on 5. April 2009 at 15:28

Ist doch mal ein anderer Titel als «Neue Drucksachen»! Dabei geht es genau darum: Neue Drucksachen habe ich vorgestern von der Druckerei bekommen, Plakate und Flyer für eine Tagung:

opfer_1

«Ästhetik des Opfers»: Kein einfaches Thema. Es geht übrigens – auf Deutsch ist das Wort ja auch noch so schön doppelsinnig – nicht um Menschen, die Opfer von Gewalt, Krieg etc. werden (victima), sondern um religiöse Opferrituale (sacrificia). Wie visualisiert man das möglichst allgemein, d.h. ohne konkrete Anspielungen auf einzelne Kulturkreise? Das Opferlamm flog raus, Opferschalen und -altäre auch, Kreuze sowieso, auch Hünengräber und Dolmen.

Was aber könnte universaler sein als Blut? Als konkretes Zeichen wie auch als kraftvolle Metapher vermag der Blutfleck eine Menge von «Konkretheitsstufen» abzudecken – und seine Reihung deutet auf die Institutionalisierung, die Repetitivität, die Ritualhaftigkeit des Opferritus hin.

opfer_2

Alles klar? 🙂 Spass gemacht hats vor allem. Nicht nur das konzeptionelle Hirnen (inkl. Recherche in der Unibibliothek), sondern vor allem auch die Umsetzung (notabene grösstenteils im Zustand akuter Grippe und Bronchitis). Fotografiert habe ich das Motiv nämlich selber, Blut auf Marmor, ich meine: Randensaft auf Balkontisch.

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Im Zeitloch entschwunden

In output on 16. März 2009 at 05:18

ernestine-nachtschicht

Wenn Stunden keine Rolle mehr spielen, sondern nur das Glücksgefühl, im 1000-Einheiten-Raster, in dem jeder Buchstabe steht, genau die richtige Position für einen Punkt gefunden zu haben, und wenn dabei Buchstaben herauskommen, denen man nicht ansieht, wie schwer es war, jeden Punkt dahin zu bekommen, wo er hin muss, sondern die einfach «stehen» –

Typedesign ist grossartig. (Auch solange die Punkte noch am falschen Ort sind.)

🙂

Sonett für eine Schrift

In output on 15. Februar 2009 at 18:50

ninastoessinger_fflegato_2

Valentype ist ein schöner Wettbewerb. Zum Valentinstag liess FontShop schriftverliebte Menschen ihre Liebe zu einer Schrift aus der FontFont- (oder OurType-) Bibliothek erklären – als Bild, als Text, als Gedicht, wie auch immer – und als erster Preis winken vier Schnitte von exakt dieser Schrift. Was soll ich sagen, ich konnt mich nicht bremsen, die Legato liebe ich wirklich in epischer Breite und Tiefe.

Man könnte das auch humoristischer illustrieren, natürlich.

ninastoessinger_fflegato

Alle bisherigen Eingaben können in dieser Galerie betrachtet werden; die vom letzten Jahr sind hier zu sehen. Und wenn mir jemand ein bisschen die Daumen drücken mag, freut mich das auch! 🙂

Bald blüht 2009 …

In blog, output on 19. Dezember 2008 at 12:36

Wunderbare Festtage und einen Superrutsch ins 2009 an alle sehsucht-Leser! Und Innen!

2009karte

Hiermit verabschiede ich mich für ein paar Tage – nach Weihnachten bin ich wieder da. Wer Lust hat und wirklich Langeweile, kann ja mal raten, welche Schriften da in den Schneeflocken stecken … 🙂

Geniesst es, haut rein und esst alle Schokolade, die Ihr finden könnt!

Defiance of the Week

In output on 14. November 2008 at 00:03

Obwohl mir die Arbeit im Moment dermassen bis über sämtliche Ohren steht, dass ich kaum dazu komme, diesen Blog hier wahrzunehmen (sorry!), habe ich gestern spontan am «Type Battle» auf Typophile teilgenommen. Oder genau deswegen: Es ging nämlich um defiance. Herausforderung, Missachtung, Trotz. To remain defiant: nicht aufgeben. Yeah.

1. Draw the letters in the word ‚defiant‘ where the stem width is 1/2 the x-height.
2. Extra points for creating an fi ligature.
Winner take all, no holds barred. May the best designer win.

Irgendwie schein ich im Moment eine Serifenbetonten-Fixierung zu haben, jedenfalls ist es wieder einmal eine Slab geworden, in Minuskeln und Small Caps.

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defiant_caps_2

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… als wär da nichts als Himmel

In output on 17. September 2008 at 15:11

Ich bin zu spät dran. Dieses Jahr ist es mir zum ersten Mal passiert, dass mir am Morgen des 11. Septembers nicht die ganze Geschichte wieder durch den Kopf jagte. Vor sieben Jahren war das das einzige, das mir durch den Kopf jagte. Das zeigt dieser Text; ich habe ihn 2001 geschrieben in einer kleinen Wohnung in Williamsburg, Brooklyn, New York.

***

Es ist Nacht in Manhattan, Wochen nach dem Tag Null. Mit Musik in den Kopfhörern lasse ich mich treiben durch die Stadt, die niemals schläft. Das Two Dollar! Two Dollar! des Strassenhändlers an der 14. Strasse gilt nicht mehr Sportsocken und Strickpullis, sondern Bergen von amerikanischen Flaggen, rotweissblauen Schleifchen, Ansteckknöpfen und T-Shirts, auf denen Evil will be punished steht oder Never forget the World Trade Center. Und das Reiterdenkmal auf dem Union Square ist jetzt wieder grau und sauber, nachdem es kurzfristig zum Antikriegsmahnmal umfunktioniert worden war, LOVE LOVE LOVE LOVE LOVE LOVE LOVE war mit bunter Kreide auf den Sockel geschrieben und auf die Stirn des Pferdes PRAY.

I just want her back, hat ein Mann im Fernsehen gesagt und ein Foto von seiner Frau der Linse entgegengestreckt. I just want her back! Schnitt. Und dann fliegt wieder das Flugzeug in den Büroturm. Es kommt von links ins Bild, jedesmal, und fliegt einfach geradeaus nach rechts, als wär da nichts, aber da ist ein Wolkenkratzer. Zu allen Zeiten ist das zu sehen und auf allen Kanälen, als unaufhaltsame Endlosschleife, in mein Hirn hat es sich längst eingebrannt, aber glauben kann ich es noch immer nicht, dass das Flugzeug nicht bremst.

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Zeit-Bilder

In output on 17. September 2008 at 11:26

Gleich bei zwei Projekten habe ich es gerade mit der Zeit als Thematik zu tun. Schwierig zu visualisieren ist das sowieso; spannend finde ich auch, wie festgefahren vorgeprägte «Zeit-Bilder» in welchen Bereichen sind.

Das eine Projekt ist ein Programm-Icon / Logo für ein Zeitmanagement-Tool; darüber in Kürze mehr, dazu gibts noch nicht viel zu erzählen, ausser dass irgendwie alle Zeitmanagement-Tools eine Uhr im Logo haben. Echt. Bei meiner kurzen Recherche warens deutlich über 90 Prozent. Es wird noch spannend, zu entscheiden, ob wir auch eine Uhr machen oder bewusst etwas anderes –

Kein Logo, sondern eine Illustration (und ein Layout) waren beim anderen «Zeit»-Projekt gefragt. Die MinD-Akademie (grossartiges Event, dieses Jahr schaff ichs leider nicht) findet Anfang Oktober in Nürnberg statt und steht unter dem Leitthema «Zeit»; ich habe dafür den Abstractband gesetzt. Mit Cover.

Während ich das Cover letztes Jahr, damals zum Thema «Kreativität und Innovation», unter heftigem Zeitdruck mit einem doch sehr offensichtlichen und «cleanen» Stockfoto illustriert habe (Glühbirne), hatte ich diesmal das dringende Bedürfnis, wegzukommen von den evidentesten Motiven wie Uhren, Sanduhren, abgeblätterten Oberflächen, verwelkten Blumen etc. sowie geschniegelten Agenturbildern und kam dann auf dieses Motiv:

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Auf der Reise durch die Weltliteratur

In output on 16. September 2008 at 13:33

Neue Drucksachen sind da!

Das Deutsche Seminar der Uni Basel hatte kurzfristig wegen A3-Plakaten und Klappflyern zu einer neuen Vortragsreihe angefragt. Als der Anruf kam, lag ich zwar gerade mit Grippe im Bett und hatte schon zuviel zu tun, doch das Thema hat mich gefangen: «Carmen perpetuum. Ovids Metamorphosen in der Weltliteratur» – wobei dem Wort Metamorphosen ein schöner Doppelsinn zufällt, da es einerseits natürlich den Werktitel bezeichnet, andererseits auch auf die Metamorphose des Stoffes in der Rezeption und Adaption anspielt. Also, Wortspiel: toll. Zweitens, Metamorphosen: toll. Ovids Metamorphosen waren für mich so ein Highlight des Lateinunterrichts.

Das Motiv ist ein bisschen frech geworden, was der Universität auch ganz gut tut ab und zu, denke ich:

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Das Bildrätsel zum Sonntag

In output on 7. September 2008 at 14:50

Was ist auf diesem Bild zu sehen?

Es handelt sich um ein unbearbeitetes (bloss gescanntes) Farbfoto.

Falls das zu einfach ist, hätt ich dann nochmal eins im Ärmel … 🙂