visuell fixiert in basel

Posts Tagged ‘zeichen’

Emoticons anno 1881

In input on 7. November 2008 at 21:40

Emoticons sollen eine Erfindung des Internetzeitalters sein? Von wegen. Brian Cronin von Comic Book Resources hat diese aus typographischem Material zusammengebastelten Smilies in einem 127 Jahre (!) alten «Puck Magazine» entdeckt:

Keppler, Puck Magazine, 1881Recht haben sie, die Setzer, mit ihrem Trotz! Das Satzmaterial erlaubt es ja zumindest theoretisch, viel mehr damit zusammenzusetzen als bloss Texte. Erinnert mich ein bisschen daran, dass ich als Kind die mechanische Schreibmaschine meiner Mutter liebte, weil ich damit ganz viele Männchen «zeichnen» konnte (aus einem o, einem O und einem “ – was hier nicht geht, mangels Halbzeilenschaltung).

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Von Ironiezeichen und Interrobangs

In input on 2. Oktober 2008 at 22:04

Satzzeichen: Punkt, Komma, Doppelpunkt, Semikolon, Ausrufezeichen, Fragezeichen. Kennen wir alle. Dann vielleicht noch Gedanken- und Schrägstriche und den Hochpunkt. Dass es aber auf der freien Wildbahn der Satzzeichen auch ziemlich exotische Kreaturen gibt, die man nur selten zu Gesicht bekommt, wissen die wenigsten. Sozusagen das

bis vor kurzem unbekannte Säugetier

der Orthotypografie.

Begeben wir uns also auf eine kleine Entdeckungsreise, liebe Kinder, anlässlich des gestrigen National Punctuation Day (ehrlich!). Pro specie rara typographica, sozusagen. (Via: Fontblog, FontFeed.)

Das da links wäre also das vielleicht bekannteste der exotischen Zeichen: das Interrobang. Sieht irgendwie aus wie zwei unterschiedliche Tiere zusammengepappt, und das ist es auch: als einzelnes Zeichen soll es die Kombination «!?» ablösen und so, laut Wikipedia,

am Ende einer Frage […] zeigen, dass sie erregt oder ungläubig gestellt wird.

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(Un-)sinnige Segmentanzeigen

In input on 31. Juli 2008 at 11:04

Der Fontblog zeigt ein wunderschönes Beispiel «doppelt gefügter Zeichen»: Eine Tankstellenanlage mit einer LED-Anzeige, die so tut, als sei sie eine LCD-Segmentanzeige. Obwohl man mit den kleinen Leuchtdioden ja auch eine «richtige» Schrift hätte annähern können, entschied man sich also ohne technischen Zwang für die eckig-technischen LCD-Formen. [Link]

Dabei finde ich die folgende Bemerkung aus den Kommentaren höchst spannend – als Argument für den Segment-Look und gegen die Nachahmung einer Druckschrift:

Man hat ja als Erwartungshaltung dass sich die Preise ständig ändern (können). Wenn das dann aussieht als wären sie festgeschrieben, kommt mir das zumindest komisch vor.

Schon spannend: Die aktuelle Wahrnehmung gefügter Zeichen sagt: Das ist ein Zeichen, das sich ständig ändern kann. Das am Puls der Zeit ist. Das nicht gestaltet ist und schön, sondern «nackte» Information. Wie bei den Joghurtbechern: Das Logo ist schick gestaltet und bunt, aber das Wichtigste, nämlich das Ablaufdatum, steht tagesaktuell und hässlich grob gepixelt drauf.

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